Dačice wurde zwischen den Städten Telč und Slavonice am Fluss Moravská Dyje auf
den Kreuzung der Handelswege – Humpolecká stezka ( Humpolec – Třešť – Telč
– Dačice – Slavonice) a Chýnovská stezka ( Chýnov – Kunžak – Dačice – Jemnice
– Znojmo) im 12. Jh. gegründet. Die älteste schriftliche Erwähnung von Dačice
stammt aus dem Jahr 1183, als der Abt des Prämonstratenklosters in Milevsko,
Jarlach, die Eintragung machte, dass in diesem Jahr der Fürst von Znaim
und Markgraf von Mähren Konrad Otto in Dačice eine Kirche durch den Bischof
Pelhřim segnen liess.
Zur Stadt erhoben wurde Dačice im 14. Jh. Im Verlauf der Jahrhunderte
war die Stadt Eigentum einer Reihe von Adelsgeschlechtern, welche in ihr
ihre Spuren hinterlassen haben. Eine Spezialität der Stadt ist es, dass
sie sich rühmen kann zwei Schlösser zu haben. Als nach dem Jahre 1459 die
ältere Linie der Herren von Hradetz, welche seit 1339 die Eigentümer von
Dačice waren, ausstirbt, kauft Dačice Volfgang Krajíř z Krajku. In den Jahren
1572 – 1579 entsteht auf dem heutigen Marktplatz Palackého das Renaissanceschloss
Starý zámek (altes Schloss) als neuer Sitz der Herren von Krajíř. Heute
siedelt dort das Stadtamt. Im Jahre 1591 beginnen die Herren von Krajíř
mit dem Bau des Neuen Schlosses, ursprünglich einem Renaissancegebäude,
welches mehrmals umgebaut wurde, auf dem heutigen Havlíčkovo náměstí (Marktplatz),
wo sich das Museum und eine Galerie befindet und wo auch eine Besichtigung
des Schlosses einschliesslich der Maria-Himmelfahrts-Kapelle möglich ist.
Zum Schloss gehört auch ein grosser Park mit einem Schwanenteich.
In der Mitte des Havlíčkovo náměstí steht vor dem Neuen Schloss eine
Mariensäule, welche auf einer korinthischen Säule die Statue der Jungfrau
Maria Unbefleckter Empfängnis trägt. Am Fusse der Säule steht die Statue
des Hl. Wenzel, Hl. Vojtěch und Hl. Prokop. Die Statuengruppe wurde rund
um das Jahr 1725 vom Bildhauer Kölbl aus Dačice im Auftrag des damaligen
Herren Václav Vojtěch z Vrbna a Bruntálu geschaffen. Den Marktplatz schmückt
auch ein sechflankiger Empire-Brunnen, welcher 200 Jahre alt ist.
Die Stadtdominante, bei der Einfahrt in die Stadt von allen Seiten sichtbar,
ist der Renaissance-Turm der Kirche des Hl. Laurentius. Wenn wir die 150
Stufen der Wendeltreppe hinaufsteigen, haben wir von der Turmgalerie aus
einen wunderschönen Blick auf die Stadt und Umgebung. Die Kirche des Hl.Laurentius
wurde im Geist des nachklingenden Barock erbaut und gehört zu den geräumigsten
Einschiff-Kirchen in Mähren. In seiner Nähe wurde im Jahre 1983 ein kleines
Granit-Denkmal erbaut, welches an ein interessantes Primat von Dačice erinnert.
Im Jahre 1845 wurde in der Stadt der erste Zuckerwürfel der Welt hergestellt.
Wenn wir vom Marktplatz Palackého náměstí, wo uns in der Mitte der Schatten
von Lindenbäumen mit einem Empirebrunnen zum Ausruhen einlädt, in Richtung
der Mährischen Thaya gehen, gehen wir über eine Brücke, welche statt der
ursprünglichen Furt steht. Auf dieser Brücke wurde im 16. Jh. Maut kassiert.
Die heutige Brücke schmücken die Statuen des Hl. Prokop und des Hl. Johannes
von Nepomuk aus dem Jahre 1706.
Hinter dem Fluss kommen wir über eine gedeckte steinerne Stiege mit 52
Stufen zum Barockbau des Franziskanerklosters, welches heute dem Orden der
barfüssigen Karmelitanerinnen gehört. Im Klosterareal befindet sich eine
Bildergalerie der Bilder von Mikoláš Aleš, Joža Úprka und Max Švabinský.
An die erste Forstschule in Mähren, gegründet im Jahre 1821 erinnert
ein Gedenkstein im kleinen Park nahe des Alten Schlosses. Interessant ist
auch ein Zylinderförmiges Gebäude, gedeckt durch ein Schindeldach, die sog.
Bastei, welche ursprünglich zur Befestigung der ehemaligen Festung gehörte.
Die Festung war Sitz der Gutsverwaltung von Dačice bis zur Erbauung des
nahegelegenen Alten Schlosses. Unweit des Autobusbahnhofs kommen sie durch
eine Lindenallee zum alten Friedhof aus dem 16. Jh., welcher früher hinter
den Stadtmauern lag.
Die schöne Umgebung von Dačice und die saubere Luft, Wälder, die Mährische
Thaya, historische Denkmäler und gute Dienstleistungen bieten den Besuchern
Ruhe und Rast. In Dačice gibt es ein Krankenhaus, ein Sportstadion, ein
Kulturhaus, gute Eisenbahn- und Busverbindung und ein aufgebautes Schulwesen.
Alljährlich werden hier Festivals der Blasmusik oder Laienbühnen veranstaltet.
Im Jahre 1990 wurde der historische Stadtkern zur städtischen Denkmalreservation
ausgerufen. Im Jahre 1940 begann in der Stadt die Herstellung von Füllfedern,
nach dem Jahre 1948 wurde daraus das Werk Centropen. Im Jahre 1962 wurde
ein Werk zur Herstellung von Automobilteilen aufgebaut, heute TRW – DAS,
a.s.
text Mgr. František Bukvaj

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Mikroregion Telčsko, Nám. Zachariáše z Hradce 4, 588 56 Telč, tel.: +420 567 223 235, E-mail: Region Renesance
Poslední aktualizace: juli 2007