Slavonice wurde als slawische Siedlung im 12. Jh. gegründet, auf einem Landessteig
welcher Prag, Jindřichův Hradec und Wien verband. Hier traf auch der Weg
aus Brünn über České Budějovice nach Passau zusammen. In der Hälfte des
13. Jh. Ersetzten deutsche Kolonisten die ursprüngliche slawische Bevölkerung.
Die deutsche Bevölkerung überwiegte in Slavonice bis zum Jahre 1945, als
sie nach Österreich ausgesiedelt wurde.
Als Stadt wird Slavonice ab dem Jahre 1345 erwähnt. Im 14. Jh. kommt
es hier in der Renaissance unter der Beihilfe der Herren von Hradetz zum
Wachstum der Gewerbe und des Handels, was auch eine rege Bautätigkeit mit
sich bringt. Im Verlauf der 15. Jh. erreichte die Stadt ebenfalls umfangreiche
Stadt- und Marktrechte. Im Jahre 1526 wurde in Slavonice eine Poststation
errichtet, für das Umspannen der Pferde auf dem Weg Prag-Wien. Der dreissigjährige
Krieg, die Pest in den Jahren 1680 – 1681 und Streitigkeiten mit der neuen
Herrschaft Liechtenstein –Kastelkorno brachten der Stadt den Verfall. Dieser
wurde im Jahre 1750 noch erweitert, durch die Umlegung des Postweges von
Prag nach Wien über Jihlava und Znojmo und auch durch grosse Brände in den
Jahren 1750 und 1845. Nach der Aussiedlung der deutschen Bevölkerung im
Jahr 1945 kam der weitere Verfall, besonders als im Jahr 1945 die Stadt
in das Grenzgebiet einverleibt und somit isoliert wurde. Aus dem Grenzgebiet
wurde sie im Jahr 1959 herausgenommen und im Jahre 1961
wegen ihrem einzigartigen urbanistischen Wert wurde die Stadt Slavonice
zu einer Denkmalreservation erklärt.
Der historische Kern der Stadt Slavonice ist ausserordentlich architektonisch
wertvoll. Einzigartig sind die Konstruktionen der Bürgerhäuser, deren Rautengewölbe
und Sgraffitofassaden und auch die Innendekoration der Häuser mit zahlreichen
Figurenmalereien. Im Jahr 2003 wurden 24 der bedeutendsten Renaissancehäuser
zur Eintragung in das Kulturerbe UNESCO nominiert.
Ein bedeutendes historisches Denkmal ist auch die Maria- Himmelfahrts-Kirche,
eine Dreischiff-Basilika aus dem Ende der 1. Hälfte des 14. Jh. Zu ihr wurden
am Anfang des 18. Jh. die Barockkapellen des hl. Anton und der hl. Schmerzvollen
Jungfrau Maria angebaut. Auf dem Hauptaltar befindet sich die Statue des
gekreuzigten Jesus aus dem Jahr 1512 und im Hauptschiff sind 14 Barockstatuen
der Apostel und Evangelisten.
Interessant ist auch die einschiffige Spitalskirche des Hl. Johannes
d. Täufers aus der 1. Hälfte des 14. Jh. Und die Fronleichnamskirche (hl.
Geist) hinter der Stadt in Richtung Stálkov. Diese ursprüngliche Wallfahrtskriche
wurde im Jahr 1280 gegründet, in der Husitenkriegen ausgebrannt, danach
neuerbaut und ab der Hälfte des 16. Jh. wurde sie protestantisch.
Eine Merkwüridgkeit von Slavonice sind auch die unterirdischen Gänge
aus dem 13. Jh., der Stadtturm aus dem Jahre 1549, welche 56 m hoch ist
und zu dessen Umgang 176 Stufen führen, Reste der Stadtbefestigung und des
Stadttores.
In der Nähe von Slavonice kann man die romanische Burg Lanštejn besuchen,
welche den Landsteg bewachte, und auch das Verbundnetz der Grenzbefestigungen,
welches vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges erbaut wurde.
Slavonice breitet sich am Rande des Naturgebietes Česká Kanada aus, einer
Landschaft mit wunderschönen Wäldern, Teichen, Felsen und Wanderblöcken.
Durch Slavonice führen auch historische Reisewege, unter anderem auch der
Radweg Grennways Prag – Wien.
text Mgr. František Bukvaj

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radnice
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Poslední aktualizace: juli 2007