Nová Říše

Region Renaissance

Im 13. Jh., als nach und nach die Gebiete des Böhmisch-Mährischen Hochlandes besiedelt werden, schenken die Könige bedeutende Teile dieser Gebiete der Kirche. Diese bemüht sich das Heidentum, den heidnischen Kult und Aberglauben auszurotten und verbreitet intensiv das Christentum. Zur Unterstützung der Evangelisierung werden Kirchen und Klöster als Zentren des Christentums gegründet. Im Jahre 1211 gründete am Ufer des Flusses Vápovka der Marschall der mährischen Heerestruppen Markvart z Červeného Hrádku und seine Gattin Vojslava ein Frauenkloster des Prämonstratenordens. Rund um dieses Kloster entstand eine Siedlung, und so existiert aus dem Jahre 1354 die erste Erwähnung von Nová Říši als Stadt. Dieser Stadt wurde im Jahre 1363 durch den Markgraf Johann das Marktrecht erteilt. Zur Zeit der Husitenkriege verwandelte im Jahre 1430 das Heer des Prokop Holý das Kloster in Trümmer und die Schwestern retetten sich durch eine Flucht nach Telč. In der Zeit des 30jährigen Krieges verfiel das Kloster, wurde aber im Jahre 1641 neu besetzt mit dem männlichen Prämonstratenorden der Kanonie Brünn.
Das Kloster erfuhr einige Umbauten. Die letzte im Jahre 1821, als das Kloster und die Kirche nach einem schrecklichen Stadtbrand im Jahre 1813 erneut wurde. Das Kloster der Jungfrau Maria bilden einstöckige Gebäude, welche sich rund um zwei längliche Höfe ausbreiten. Seine Räume wurden im Erdgeschoss mit Stuckwerk geschmückt, in den Stockwerken mit Illusionsmalerei und figuralen Frescen.
Das Kloster ist durch einen Verbindungsgang mit der Kirche des Hl. Peter und Paul verbunden, welche an der Stelle der alter Kirche aus dem Jahre 1504 erbaut wurde. Sie ist 45 m lang, 12 m breit im Schiff, und 9 m im Präsbyterium. Das Innere der Kirche ist mit Frescen des Johann Lucas Kracker aus den Jahren 1766 – 1767 geschmückt. Die reiche malerische Ausschmückung wird durch wertvolles Mobilliar ergänzt. Ein Kleinod sind die Kirchenbänke aus dem Jahre 1696, das Werk eines unbekannten Tischlermeisters, und die etwas jüngere Kanzel des Schnitzers namens Arbeit aus dem Jahre 1700. Sie ist mit den Reliefen der vier Evangelisten und einer Menge Ornamente geschmückt.
Die wertvolle Einrichtung ergänzt eine Orgel, das Werk des Orgelbauers aus Nová Říše, Bedřich Semrád, aus den Jahren 1764-1765 und die Seitenkapelle der Schmerzvollen Jungfrau Maria, des Ortes der Meditation des Dichters und hiesigen Lehrers Otokar Březina. Den Kreuzgang schuf František Bílek und Viktor Förstr. Die Klosterkirche ist mit dem Kapitelhaus – der Kapelle der hl. Anna – durch einen Gang verbunden. Am Altar steht die steinerne, hochgotische Statue der Dreieinigen Hl. Anna aus dem Umbruch des 14. und 15. Jh.
Die Grundmauern der Klosterbibliothek wurden erst nach der Umwandlung des Klosters in ein Männerkloster gelegt. Systematisch aufgebaut wurde sie erst unter Abt Josef Bernard Pelikán in der 2. Hälfte des 18. Jh. Die Bibliothek erweiterte sich zur Zeit der Aufgabe der Klöster unter Josef II., als sie wertvolle Drucke aus der Jesiutenbibliothek in Telč, von Franziskanern in Znojmo, Dominikanern und Kapuzinern in Jihlava, der Zisterzienser in Žďár nad Sázavou und die wertvollsten Drucke der Prämonstraten aus Louky gewann.
Im Jahre 1850 hatte die Bilbiothek cca 5 – 6 Tausend Bände, der Brand im Jahre 1813 vernichtete cca 3 Tausend Bücher. Danach besaß die Bibliothek etwa 20 Tausend Bände, von denen nach der Liquidation des Klosters im Jahre 1950 etwa 630 Bände verloren gingen.
Bis zum Jahr 1989 war im Kloster eine Militäreinheit ansässig, welche die Gebäude und weitere Relikvien bedeutend beschädigte. Etwa drei Fünftel der Bücher wurden vor dem Jahre 1800 ausgedruckt, Handschriften gibt es 88, Erstdrucke 55. Vertreten sind hier die Naturwissenschaften, Heilkunde, Filologie, Erdkunde, Geschichte, Theologie und weitere.

text Mgr. František Bukvaj

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Kostel sv. Martina

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Poslední aktualizace: juli 2007